+ 1 - 0 | § ¶Freiheit für di Canio
Da freuen sich die Medien und die Verbände, allen voran natürlich der Blatter Seppl. Hat der böse Paolo di Canio doch seine Fans mit dem "römischen Gruß", dem rechten ausgestreckten Arm begrüßt. Und alles heult auf und jeder will den anderen in moralischer Empörung übertreffen. So schreibt der Kicker:FIFA-Präsident Joseph S. Blatter hatte in der vergangenen Woche Di Canio in aller Deutlichkeit ermahnt. Der Schweizer bestätigte die Anlegung eines Dossiers über den "Wiederholungstäter" und betonte, dass die FIFA beim Nachweis rassistischen Verhaltens in aller Schärfe gegen Klub und Spieler vorgehen werde.Da kann ich nur den Kopf schütteln. Und auch über den Kommentar des DSF-Schönlings und Top-Handygameanpreisers Klaus Gronewald nur, der di Canio gestern in "Bundesliga Aktuell" als "Kotzbrocken" bezeichnete. Wenn sich irgendwelche wirren Brasilianer "Jesus loves you" auf den Bauch tätowieren und widerliche Elbers und Lispelranyis den Friedenstaubenjubel zum Besten geben, dann darf doch auch di Canio seine Weltanschauung zur Schau stellen. Und nur weil es grade nicht hip ist oder nicht in den aktuellen p.c. Kanon passt, wird er dafür diskriniert. Fakt ist, Jesus und Co. haben mehr Leute auf dem Gewissen als Mussolini ... . Und was ist mit der ausgestreckten Faust beim Jubeln, wird die künftig auch als Kommunistengruß bestraft? Und wieso darf eigentlich der wohl korrupteste Mensch der Welt und dazu noch ein Schweizer darüber entscheiden, was acceptable ist und was nicht?Blatter drohte dem Italiener mit dem Ausschluss aus allen Wettbewerben, sollte er für schuldig befunden werden. "Bis jetzt kenne ich keine Fakten, sondern weiß nur, was mir berichtet worden ist. Aber in solchen Fällen müssen wir auch Spieler aus unserer Familie ausschließen", erklärte der FIFA-Boss.
+ 0 - 0 | § ¶Nochmal Türkei
Die NZZ schreibt:Die Journalistin der liberalen Tageszeitung «Radikal» Nese Düzel ist in der Türkei für ihre unerschrockenen Interviews zu Tabuthemen in der Öffentlichkeit beliebt und von ihren Gesprächspartnern oft gefürchtet. Am Montag veröffentlichte sie ein Gespräch mit dem für Sport und Jugend zuständigen Staatsminister Mehmet Ali Sahin über das Skandalspiel Türkei - Schweiz. Er habe schon nach dem Spiel in Bern geahnt, dass es in Istanbul zu Ausschreitungen kommen werde, sagte er. Einige Vorstandsmitglieder des türkischen Fussballverbandes hätten schon nach dem 0:2 im Stade de Suisse gedroht, sie würden es den Schweizern in Istanbul noch zeigen. «Auf dem Rückflug in die Türkei mahnte ich die Zuständigen, dass Ausschreitungen schlecht für das Image der Türkei seien.» Einen Tag vor der Partie soll Sahin auch den Präfekten Istanbuls vor Vorfällen gewarnt und um zusätzliche Sicherheitsmassnahmen gebeten haben. Umsonst.
Im Gespräch bestätigt der Minister, dass der für die Nationalmannschaft zuständige Berater Davut Disli zwei Schlägertypen den Zugang zu den Katakomben des Fussballstadions ermöglicht habe. Davut Disli ist mittlerweile die Verkörperung für die Kontakte des türkischen Fussballs mit der Mafia schlechthin. Er soll auch Telefongespräche mit dem berüchtigten Boss des organisierten Verbrechens, Sedat Peker, geführt haben, die offenbar vom türkischen Geheimdienst MIT aufgezeichnet und unlängst in der Tageszeitung «Milliyet» veröffentlicht worden sind. Der Sportminister hat von diesen Gesprächen allerdings erstmals von der «Milliyet» erfahren.
(...)